GPSMAP 78s + Garmin Seekarte = Problem Darstellung

Hallo,
da mein jahrelang in Norwegen beim Angeln genutztes LOWRANCE Hand-GPS Expedition C leider nach 12 Jahren nicht mehr reparabel war, habe ich mir vor 3 Monaten das GARMIN GPSMAP 78s gekauft und die Garmin Seekarte HXEU 051R (das ist der Seekartenbereich, also Südwestnorwegen, den ich zum Angeln benötige, die Karte wurde mir empfohlen).

Damit ich nächstes Jahr zum Norwegenurlaub mit Gerät und der Seekarte vertraut bin, habe ich mir schon mal vorab Garmin Homeport installiert und die Seekarte angeschaut - das sieht alles sehr gut aus, so wie ich es auch vom Lowrance her kenne.

Jetzt kommt das ABER.

Wenn die Seekarte nun im Garmin GPSMAP 78s eingelegt und gestartet wird, dann sehe ich meinen aktuellen Standort hier in D (logisch).
So scrolle ich etwa 740 km weiter nordwestlich und komme dann exakt zum dem Gebiet, wo ich immer auf dem Meer angel .... leider ist die Darstellung auf dem GPSMAP 78s so grottenschlecht, das ich dieses so wie es jetzt ist, nicht auf dem Wasser gebrauchen kann.
Die Darstellung weicht um Längen von Homeport ab, beispielsweise wird die Wasserfläche in "blau" dargestellt, da kann ich auf dem Wasser überhaupt keine Bodenstrukturen usw. erkennen, was in Homeport problemlos möglich ist. Auch die Auflösung ist sehr undeutlich, um Längen schlechter als das uralte Lowrance iFinder Expedition C.

Im Beispielscreenshot seht Ihr 3 Unterwasserfelsen, bei denen Homeport die Tiefe korrekt ausweist .. auf dem GPSMAP 78s wird mir keine Tiefe angezeigt (das ist für mich als Angler aber wichtig).

Wie gesagt, mein altes Lowrance hat genau wie Homeport die Wasserflächen in "weiss bzw. grau" angezeigt, so das man Bodenstrukturen klar erkennen kann, abfallende Kanten, Riffe usw. .. warum bekomme ich das bei dem GPSMAP 78s nicht genauso hin?

Zuerst dachte ich, hmmh, das Gerät würde einen Defekt haben, aber ich habe noch ein Montana 600 für Radtouren = auch da wird mir die Wasserfläche ebenfalls wie beim GPSMAP 78s in blau angezeigt, so das man vom Untergrund usw. nichts erkennen kann. Die 3 Felsen werden nur mit einem "+" ausgewiesen und mit keiner Tiefenangabe (egal, wie weit ich rein-/rauszoome).

Wer kann mir sagen, was ich "falsch" mache? Muß ich im Garmin GPSMAP 78s irgendwelche Einstellungen vornehmen, damit die Ansicht ähnlich oder gleich dem vom Homeport ist?

Ich danke Euch.

Gruß Michael


Attachments.zip
  • Versuch mal an der Sicherheitsschattierung rumzuspielen. Sollte evtl. auch was farblich ändern...


    hmmh, das könnte gut möglich sein (der Titel klingt jedenfalls vielversprechend).

    Ich habe von AUTO auf Manuell umgestellt und dort - 0,5 m eingegegeben = keine sichtbare Änderung, dann auf 0,0 eingestellt = keine Änderung.

    Das geht bestimmt irgendwie = ich weiß nur nicht wie.

    Eine weitere Frage zum Detailgrad der Karte: steht bei mir auf normal ... es gibt ja noch "Mehr" und "Maximal" .. ob man das einstellen sollte/muss = weiß ich nicht, nach einem ersten Test stellte ich fest, das der Prozessor dann gut ausgelastet ist und der Kartenaufbau sich deutlich verlangsamt.
  • Detailgrad der Karte:

    hier habe ich mir mal einen mir bekannten Seekartenbereich ausgewählt und das Umstellen von "Normal" auf "Mehr" bringt auf jeden Fall die Anzeige von weiteren Tiefenangaben. Bei der weiteren Erhöhung auf "Maximal" habe ich keine weiteren Tiefenangaben bekommen, aber wohl einige Texte (wo Riffe benannt werden).

    Ich würde diese Einstellung "Mehr" als guten Kompromiss für mich beibehalten.

    Nochmals zurück zur Sicherheitsschattierung: ich weiß ja nicht, was GARMIN damit meint, aber der Name läßt darauf schließen, das tatsächlich irgendeine Einstellung dazu führen könnte, das Riffe/Schären, die sich beispielsweise 0,5 m unter der Wasseroberfläche befinden (wie auch das Beispielbild Homeport), kenntlich gemacht werden können. Ich habe das aber bisher nicht rausgefunden, welche Angabe zum Erfolg führt.
  • Eins fällt mir dann doch noch ein:
    Dieses Dunkelblau erreiche ich auch wenn ich "Wasser" außerhalb des Kartenbereichs anzeigen lasse.

    Dass Dir auf dem Gerät eine Kachel fehlt, die in Homeport angezeigt wird, und dass nur die Seezeichen der Basiskarte durchscheinen, kann nicht sein?
    (Ich hänge immer noch an dem komischen dunkelblau)


    Nein, das kann ich völlig ausschließen.

    Auf dem Gerät werden mir ja tatsächlich alle Details angezeigt, die ich auch so gekauft habe - außerhalb des von mir "gekauften" Bereiches werden mir keine Wassertiefen, Seezeichen usw. angezeigt.
    Da ich ja hier in D bin muß ich bei dem Gerät ja von D nach N hoch scrollen und da ich nur 10 km von der Elbe entfernt wohne, sehe ich im dortigen Bereich nichts .. keine Tiefenangaben, absolut nichts. Auf der Cursorverschiebung nach Südnorwegen wird mir dann die gekaufte Kachel sichtbar angezeigt.

    Daran kann es also definitiv nicht liegen.
  • Hallo, ich möchte das Thema nochmal aufwärmen, weil ich eine Antwort von GARMIN Deutschland erhalten habe. Einerseits freue ich mich, das GARMIN sich darum überhaupt gekümmert hat - leider ist die Antwort für mich enttäuschend und da es aus meiner Sicht hier um "Sicherheit auf See" geht, empfinde ich es als nicht im Sinne des Anwenders, wenn gerade der Sicherheitsaspekt runtergefallen ist. Egal, ob das Navi groß oder klein ist = Sicherheit muß oberste Prio haben und dies hätte man bei GARMIN berücksichtigen müssen. Technisch (davon bin ich überzeugt) wäre das überhaupt kein Problem, diese Zonen, wie sie in Homeport dargestellt werden, auch auf dem GPSMAP 78s darzustellen, denn es werden kleinere Details auch wiedergegeben. Ich hoffe, das GARMIN dies in einem UPDATE der Firmware berücksichtigt.

    Hier die Antwort (aus Datenschutzgründen habe ich den Namen des GARMIN-Mitarbeiters entfernt und durch XXXXX ersetzt):
    Guten Tag Michael C.,

    vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

    nach ausführlichem Test Ihrer Anfrage müssen wir Ihnen leider mitteilen,
    dass eine Darstellung, so wie von Ihnen gewünscht, mit dem GPSMAP 78s nicht möglich ist.

    Eine Anzeige der Felsentiefe kann nur erfolgen wenn das Symbol angeklickt wird.

    Zudem ist eine rote Schraffierung der gewünschten Bereiche nicht möglich.

    Unsere Bluechart g2 HD Marinekarten können sowohl am Handgerät, Kartenplotter, PC (HomePort) und in der App verwendet werden. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass je nach Gerätetyp die Anzeige der Karten anders aussehen kann.


    Weitere Hilfestellungen zu diesem und anderen Themen finden Sie auch unter

    https://support.garmin.com/de-DE/

    Mit freundlichen Grüßen

    XXXXX

    Customer Care Associate
    ____________________________________________

    Garmin Deutschland GmbH
    Parkring 35
    85748 Garching bei München
  • Wenn selbst die mit rot eingezeichnete Hangneigungen >30° der Topo D pro auf meiner Fenix 5x/5x+ angezeigt werden, hätte ich die rote gezeichneten Gefahrenbereiche der bluechart schon sichtbar auf dem 78s vermutet...
  • Wenn selbst die mit rot eingezeichnete Hangneigungen >30° der Topo D pro auf meiner Fenix 5x/5x+ angezeigt werden, hätte ich die rote gezeichneten Gefahrenbereiche der bluechart schon sichtbar auf dem 78s vermutet...


    So ähnlich habe ich es an GARMIN D zurückgeschrieben. Ich hatte auch erwähnt, das mein uraltes LOWRANCE Expedition C mit der Seekarte NauticPath Northeurope Felsen, die sich unmittelbar unter der Wasseroberfläche befinden, dauerhaft mit der Meterzahl angezeigt wurden und insgesamt mehr Details als mit dem GPSMAP78s und der Garmin-Seekarte.
    Das LOWRANCE habe ich über 10 Jahre in dem Seegebiet genutzt, leider hat es zuletzt immer wieder den SATfix verloren, daher mußte ich mich nach Ersatz umschauen, sonst hätte ich das Gerät behalten.
  • Sicherheit auf See und GPS schließen sich aus. Dafür braucht man aktuelle Seekarten.
    Durch Laufzeitfehler der Satellitensignale oder durch ungünstig zueinander stehenden Satelliten können völlig unrealistische Positionen angegeben werden.
    Auch wenn die Karte unter dem Koordinatennetz verschoben ist, passt die Realität nicht zur Anzeige.
    GPS ist hilfreich um einen groben Überblick zu behalten. Wenn es um Untiefen geht oder man in Küstennähe navigiert, ist GPS gefährlich.
    Ich fahre auch mit GPS, aber ich verlass mich doch nicht darauf. Deswegen ist es gut, das Garmin nicht eine Sicherheit vorgaukelt, die nicht gegeben ist.

    Beim Volvo Ocean Race 2015 knallte ein Segler mitten im indischen Ocean auf ein Riff, weil er nur auf sein GPS geschaut hat.

    Im Mittelmeer sind Vercharterer dazu übergegangen den GPS Plotter vom Steuerstand abzubauen und unter Deck zu montieren, weil GPS Gläubige immer wieder Grundberührungen hatten, weil sie nach GPS gefahren sind.

    Gruß
    Klaus
  • Sicherheit auf See und GPS schließen sich aus. Dafür braucht man aktuelle Seekarten.

    Deswegen ist es gut, das Garmin nicht eine Sicherheit vorgaukelt, die nicht gegeben ist

    Gruß
    Klaus


    Ja, das mag auch so oder ähnlich für Standardsituationen zutreffend sein .. trifft aber auf meinen hier beschriebenen Fall nicht annähernd zu.
    Mal abgesehen davon, das ich das zu beangelnde Gebiet seit über 15 Jahren kenne - habe ich mich neben einer Seekarte (A3-Laminat) immer auf das GPS verlassen können. Zu Beginn eines Urlaubs fahre ich, sozusagen zwecks Kalibrierung, bekannte Riffe an und schaue in Verbindung mit Papierseekarte, GPS und Echolot, ob das alles zusammenpasst ... das sind meistens Riffe in 2m Wassertiefe und Abmessungen von 15 x 15 m, also recht kleine Flecken.
    In keinem Fall habe ich hier jemals Fragezeichen gesehen oder das eine Position nicht zur Realität paßte. Das passte alles und ich weiß ja nicht, ob Du die zerklüffteten Küstengewässer Norwegens kennst (da wo ich angel = fährt niemals ein Segelboot, weil das wegen der in kurzen Abständen wechselnden Wassertiefen gar nicht möglich ist), also ich beangel hier oftmals Reviere, wo permanent ein Wechsel von 0,0m Wassertiefe (Riffe) bis 150m Wassertiefe abwechseln - so schnell und detailiert, wie mir eine Seekarte auf einem Plotter oder sonstigen elektronischen Anzeigegerät die wechselnden Wassertiefen wiedergibt inkl. der Bodenstrukturen = das kann mir so im Details keine Papierseekarte bieten.

    GARMIN bietet dieses von mir vermisste Feature ja durchaus an (egal ob man das als Sicherheit betrachtet oder nicht), in der Homeport-Software als auch auf größeren Anzeigegeräten .. nur halt nicht für das Handgerät GPSMAP78s. GARMIN macht das also nicht wegen der von Dir geäußerten "vorgegaukelten Sicherheit", denn dann dürfte GARMIN dies auf keinem der Endgeräte anbieten, das ist aber nicht der Fall, sondern es ist rein aus technischer Sicht dem kleinen Display geschuldet oder durch eine Beschränkung in der Firmware des Gerätes.
    Es gibt ja sogar auf der bei GARMIN gekauften Seekarte eine Option in den Einstellungen der Seekarte, sich "die schraffierten Bereiche" ausweisen zu lassen .. wie gesagt, das gelingt halt nur nicht mit dem Handgerät GPSMAP78s.

    Beim Driften des Bootes, also während ich vom Boot aus angel, schaue ich immer in gewissen kurzen Abständen (abhängig vom Wind/Driftgeschwindigkeit), wo ich drauf zutreibe und da wäre es schon sehr vorteilhaft schnell und auf einen Blick zu sehen = wo treibe ich drauf zu und wenn es als rot-schraffierte Fläche zu sehen ist ... wäre das für meine Anforderung ideal.

    Genauso ist es mir auch rätselhaft, das bei der Seekarte mit dem GPSMAP78s gerade die flachen Unterwasserfelsen von z.B. +1,5m nicht mit dem Wert in Metern angezeigt werden, sondern nur als "+". So muss ich umständlich lt. Garmin jedes "+" manuell auswählen, mehrmals anklicken, um die Meterzahl angezeigt zu bekommen. Das ist nun wirklich nicht komfortabel und ist, was meinen Anwendungsfall betrifft, ein Hindernis. Wie schon mehrmals erwähnt = wie soll man vernünftig durch Unterwasserfelsen navigieren, wenn man permanent erst jedes "+" anklicken muß, um die Meterzahl angezeigt zu bekommen.

    Ist mir rätselhaft, warum meine bisherige Software Nauticpath-Northeurope dieses bereits konnte und die habe ich 2006 erworben samt dem LOWRANCE Expedition C.

    Glücklicherweise habe ich auch ein neues Echolot mit Splitbildschirmmodus, welches zusätzlich eine Seekarte aus dem Gebiet integriert hat (NAVIONICS) und da ist die Anzeige deutlich komfortabler als die vom GARMIN. Das Garmin mit seiner Software nutze ich dann nur als Zweitgerät, weil es für mich nur bedingt praxistauglich ist.

    Einen schönen Abend :)
  • Wenn in einer elektronischen Karte ein Kartenmerkmal angezeigt wird (deine Schraffierung in Homeport), dann soll es auf einem "kompatiblem Gerät" auch angezeigt werden.
    Gerätegröße, Sicherheit, wasweisich sind alles Ausreden.
    Die haben da was vermurkst und aus. :)

    Die konnten es ja nicht mal selber glauben
    nach ausführlichem Test Ihrer Anfrage müssen wir Ihnen leider mitteilen,
    .........


    Wie Volker auch schon schreibt: Sogar eine Uhr mit der Topo kann das. Und bevor ich jetzt Angst habe, dass das GPS sowieso um einen Meter zu ungenau ist, freue ich mich trotzdem um die Anzeige. Dann kann ich nämlich die "Kante" ganz meiden (oder zumindest rechtzeitig den Hund zurückrufen.:D )

    (Genau an dieser Kante wurden schon 2 mit dem Hubschrauber geholt. Ich denke nicht, dass es wegen der GPS Ungenauigkeit war. Ich denke eher die hatten gar keins). :)
  • Wenn in einer elektronischen Karte ein Kartenmerkmal angezeigt wird (deine Schraffierung in Homeport), dann soll es auf einem "kompatiblem Gerät" auch angezeigt werden.
    Gerätegröße, Sicherheit, wasweisich sind alles Ausreden.
    Die haben da was vermurkst und aus. :)

    Die konnten es ja nicht mal selber glauben

    Wie Volker auch schon schreibt: Sogar eine Uhr mit der Topo kann das. Und bevor ich jetzt Angst habe, dass das GPS sowieso um einen Meter zu ungenau ist, freue ich mich trotzdem um die Anzeige. Dann kann ich nämlich die "Kante" ganz meiden (oder zumindest rechtzeitig den Hund zurückrufen.:D )

    (Genau an dieser Kante wurden schon 2 mit dem Hubschrauber geholt. Ich denke nicht, dass es wegen der GPS Ungenauigkeit war. Ich denke eher die hatten gar keins). :)


    100 % Zustimmung ;););)