Physikalische Verständnisfragen Sensoren (dies ist keine Frage zur Bedienung).

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Ausgangslage:
- Ich war gestern einer Schifffahrt auf dem Zürichsee. Eine Wetterfront verursachte ein Sinken des Luftdruckes.
- Bei der Fenix war GPS ausgeschaltet.
- Im ABC Widget wurde das Sinken auch angezeigt.
Meine Fragen:
- Wie kann die Fenix wissen, dass ich mich nicht in einem steigenden Ballon befinde, welcher gleiches Sinken des Luftdruckes verursachen würde und demzufolge eine Höhenänderung anzeigt?
- Ist das ganze eventuell mit dem Bewegungssensor verknüpft?
- Ich möchte auch wissen wie der Schrittzähler Erschütterungen und Schritte unterscheiden kann.
- Kennt irgendjemand eine gute Informationsquelle über die Zusammenhänge der verschiedenen Sensoren?

Den Wissenden vielen Dank zum Voraus
  • Physikalisch muss das bei Garmin nicht unbedingt logisch zu erklären sein.

    Im nicht GPS Betrieb geht das Barometer davon aus, dass man sich auf einer festen Höhe befindet und Luftdruckänderungen werden entsprechend angezeigt.

    Der Höhenmesser geht im nicht GPS Betrieb dagegen davon aus, dass man sich auf einer variablen Höhe befindet...

    So hat mir das mal jemand vom FW Team erklärt.

    Wie Garmin das jetzt in einem logisch nachvollziehbaren Prinzip für Höhenmesser und Baro gleichzeitig im nicht GPS Betrieb umgesetzt hat, ist mir auch nach mehreren Monaten nicht ganz klar- je nach FW funktioniert/ funktionierte das mal gut, mal schlecht...
  • Former Member
    0 Former Member
    Im nicht GPS Betrieb geht das Barometer davon aus, dass man sich auf einer festen Höhe befindet und Luftdruckänderungen werden entsprechend angezeigt.

    Der Höhenmesser geht im nicht GPS Betrieb dagegen davon aus, dass man sich auf einer variablen Höhe befindet...

    Auf eine Antwort von mir in einem anderen Thread, hast Du schon einmal mit dem ersten Teil dieser Antwort dagegen gehalten. Dieser erste Teil erscheint mir plausibel zu sein, den zweiten hingegen ziehe ich jetzt einmal klar in Frage. Grund dafür ist, dass es in der F3 genau genommen keinen Höhenmesser im eigentlichen Sinne gibt. Es gibt lediglich einen Barometer und ein GPS. Mehr nicht. Die Werte die diese Beiden liefern werde für die Höhenbestimmung hinzugezogen. Damit ist für mich der zweite Teil obiger Antwort hinfällig.

    Wenn GPS ausgeschaltet ist, kann Garmin zur Interpretation der Barometerwerte in der F3 den Bewegungssensor hinzuziehen. Wenn keine eigentliche Fortbewegung detektiert wird, wird das als an Ort und Stelle verharren, und damit auf gleicher Höhe bleiben interpretiert, womit Änderungen der Barometerwerte auf Wetteränderungen zurückzuführen sind.

    Wie genau der Bewegungssensor Bewegung detektieren kann kommt auf den verwendeten Baustein an. Es gibt Bausteine, die können Bewegung so exakt detektieren, dass sie sogar jederzeit (in Ruhelage oder Bewegung) in der Lage sind die Erdrotation zu detektieren und damit die Nordrichtung jederzeit exakt angeben können. Eicht man einen solchen auf eine exakte Position, sind diese Sensoren in der Lage über mehrere Tage eine exakte Positionsbestimmung ohne GPS zu ermögliche.

    Um damit auf die Ursprungsfrage zurück zu kommen: Garmin benötigt sehr gute Algorithmen zur Realtimeanalyse der vom Bewegungssensor übermittelten 3D-Bewegungswerte (Beschleunigungsvektoren). Dabei müssen gewisse Muster aus den Bewegungen heraus gefiltert und mittels hinterlegten Mustern abgeglichen werden. Das Ganze äußerst zeitnah. Einen Link dazu habe ich dir leider nicht. Zumindest zu den Fähigkeiten der heutigen Bewegungssensoren wirst Du aber Material im Internet finden können. Ich habe bei der Arbeit schon mit solchen Sensoren (gibt es verschiedene Typen) zu tun gehabt, aber jetzt gerade habe ich keine entsprechende Spezifikation dazu greifbar.

    Gruss Dieter
  • Former Member
    0 Former Member
    Auf eine Antwort von mir in einem anderen Thread, hast Du schon einmal mit dem ersten Teil dieser Antwort dagegen gehalten. Dieser erste Teil erscheint mir plausibel zu sein, den zweiten hingegen ziehe ich jetzt einmal klar in Frage. Grund dafür ist, dass es in der F3 genau genommen keinen Höhenmesser im eigentlichen Sinne gibt. Es gibt lediglich einen Barometer und ein GPS. Mehr nicht. Die Werte die diese Beiden liefern werde für die Höhenbestimmung hinzugezogen. Damit ist für mich der zweite Teil obiger Antwort hinfällig.

    Wenn GPS ausgeschaltet ist, kann Garmin zur Interpretation der Barometerwerte in der F3 den Bewegungssensor hinzuziehen. Wenn keine eigentliche Fortbewegung detektiert wird, wird das als an Ort und Stelle verharren, und damit auf gleicher Höhe bleiben interpretiert, womit Änderungen der Barometerwerte auf Wetteränderungen zurückzuführen sind.

    Wie genau der Bewegungssensor Bewegung detektieren kann kommt auf den verwendeten Baustein an. Es gibt Bausteine, die können Bewegung so exakt detektieren, dass sie sogar jederzeit (in Ruhelage oder Bewegung) in der Lage sind die Erdrotation zu detektieren und damit die Nordrichtung jederzeit exakt angeben können. Eicht man einen solchen auf eine exakte Position, sind diese Sensoren in der Lage über mehrere Tage eine exakte Positionsbestimmung ohne GPS zu ermögliche.

    Um damit auf die Ursprungsfrage zurück zu kommen: Garmin benötigt sehr gute Algorithmen zur Realtimeanalyse der vom Bewegungssensor übermittelten 3D-Bewegungswerte (Beschleunigungsvektoren). Dabei müssen gewisse Muster aus den Bewegungen heraus gefiltert und mittels hinterlegten Mustern abgeglichen werden. Das Ganze äußerst zeitnah. Einen Link dazu habe ich dir leider nicht. Zumindest zu den Fähigkeiten der heutigen Bewegungssensoren wirst Du aber Material im Internet finden können. Ich habe bei der Arbeit schon mit solchen Sensoren (gibt es verschiedene Typen) zu tun gehabt, aber jetzt gerade habe ich keine entsprechende Spezifikation dazu greifbar.

    Gehaltvoller Post. :cool:

    (Daher auch ausnahmsweise ein Fullquote)
  • Former Member
    0 Former Member
    . Es gibt Bausteine, die können Bewegung so exakt detektieren, dass sie sogar jederzeit (in Ruhelage oder Bewegung) in der Lage sind die Erdrotation zu detektieren und damit die Nordrichtung jederzeit exakt angeben können. Eicht man einen solchen auf eine exakte Position, sind diese Sensoren in der Lage über mehrere Tage eine exakte Positionsbestimmung ohne GPS zu ermögliche.

    Um damit auf die Ursprungsfrage zurück zu kommen: Garmin benötigt sehr gute Algorithmen zur Realtimeanalyse der vom Bewegungssensor übermittelten 3D-Bewegungswerte (Beschleunigungsvektoren). Dabei müssen gewisse Muster aus den Bewegungen heraus gefiltert und mittels hinterlegten Mustern abgeglichen werden. Das Ganze äußerst zeitnah. Einen Link dazu habe ich dir leider nicht. Zumindest zu den Fähigkeiten der heutigen Bewegungssensoren wirst Du aber Material im Internet finden können. Ich habe bei der Arbeit schon mit solchen Sensoren (gibt es verschiedene Typen) zu tun gehabt, aber jetzt gerade habe ich keine entsprechende Spezifikation dazu greifbar.

    Gruss Dieter


    Auch ohne Link habe ich etwas dazugelernt. Vielen Dank Dieter.
    Mit freundlichen Grüssen Markus
  • Former Member
    0 Former Member
    Auch ohne Link habe ich etwas dazugelernt. Vielen Dank Dieter.
    Mit freundlichen Grüssen Markus


    Nicht nur du :-)

    Top und Danke den Redakteuren
  • Former Member
    0 Former Member
    Toll erklärt!

    Eicht man einen solchen auf eine exakte Position, sind diese Sensoren in der Lage über mehrere Tage eine exakte Positionsbestimmung ohne GPS zu ermögliche.

    Gruss Dieter


    Das nennt man dann Trägheitsnavigationssystem.
  • Former Member
    0 Former Member
    Ausgangslage:
    ...
    - Ich möchte auch wissen wie der Schrittzähler Erschütterungen und Schritte unterscheiden kann....


    Ein Schritt hat ein bestimmtes Bewegungsmuster. So schwingt der Arm nicht etwa vor und zurück sondern vor, bleibt stehen, vor, .... Also analog dem Fuss, der bleibt ja bei Bodenkontak auch stehen und geht nicht etwa zurück...
    Dem ganzen ist dann eine Auf- und Abbewegung überlagert.
    Garmin wir analysieren ob die Bewegung der Uhr diesem Schema entspricht und nur dann Schritte zählen.

    Wenn ich Bsp. in den Bergen mit Stöcken gehe misst die Fenix so gut wie keine Schritte, wird eben daran liegen das der Arm nicht frei schwingt. Speziell fehlt hier vor allem die leichte Auf- und Abbewegung.
  • Wenn ich Bsp. in den Bergen mit Stöcken gehe misst die Fenix so gut wie keine Schritte, wird eben daran liegen das der Arm nicht frei schwingt. Speziell fehlt hier vor allem die leichte Auf- und Abbewegung.


    Das kenne ich von dem Training auf dem Crosstrainer, dort tritt man nicht richtig auf!
    Nur wenn ich die Hände von den Pinnen nehme werden zum Teil Schritte gezählt.
    Also arbeiten die Sensoren schon recht genau!
  • Former Member
    0 Former Member
    Ein Schritt hat ein bestimmtes Bewegungsmuster...


    auch an Chralle und eventuell noch folgenden: Vielen Dank
    Freundliche Grüsse Markus